Therapiegebiete
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind langfristige, meist schubweise verlaufende Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Zu den wichtigsten Formen zählen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Beide Erkrankungen sind durch wiederkehrende Entzündungen des Darms gekennzeichnet und gehen häufig mit einer erheblichen Krankheitslast einher.1
Die Entstehung chronisch‑entzündlicher Darmerkrankungen wird auf ein komplexes Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, Umweltfaktoren und einer Fehlregulation des Immunsystems zurückgeführt. Die genauen Ursachen sind bislang jedoch nicht abschließend geklärt.1
Zu den als bedeutsam geltenden Einflussfaktoren zählen unter anderem Störungen der Darmbarriere, Veränderungen des intestinalen Mikrobioms sowie eine fehlgeleitete angeborene und erworbene Immunantwort im Darm.1 Bei Morbus Crohn spielt die genetische Prädisposition eine größere Rolle als bei Colitis ulcerosa.1
Bestimmte Umweltfaktoren können das Risiko zusätzlich beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise Rauchen (insbesondere bei Morbus Crohn) sowie der Einsatz bestimmter Medikamente wie Antibiotika während der Kindheit und Jugend.1
Menschen leben in Deutschland mit einer chronisch‑entzündlichen Darmerkrankung.2
Frauen und Männer sind von chronisch‑entzündlichen Darmerkrankungen etwa gleich häufig betroffen.3
der Patient*innen berichten von einer starken oder sehr starken Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität durch die Erkrankung.4
Chronisch‑entzündliche Darmerkrankungen verlaufen typischerweise in Schüben, wobei Phasen mit aktiver Entzündung und ausgeprägten Beschwerden mit beschwerdearmen oder beschwerdefreien Zeiten wechseln. Der Krankheitsverlauf kann hinsichtlich Lokalisation, Ausdehnung und Schweregrad stark variieren.1
Zu den häufigsten Leitsymptomen zählen anhaltende oder wiederkehrende Durchfälle, Bauchschmerzen und ‑krämpfe sowie Gewichtsverlust.1 Bei Kindern kann es zudem zu Wachstumsstörungen kommen.5
Während bei Morbus Crohn häufig starke Schmerzen im Vordergrund stehen, sind bei Colitis ulcerosa Durchfälle, die oft blutig oder schleimig sind und mit starkem Stuhldrang einhergehen, typisch.6
Neben den intestinalen Beschwerden können auch extraintestinale Manifestationen auftreten. Dazu gehören unter anderem Gelenkbeteiligungen, Hautveränderungen sowie Augenentzündungen.1,7
Chronisch‑entzündliche Darmerkrankungen sind mit einer verminderten Lebensqualität verbunden und können sowohl körperlich als auch psychisch stark belasten.4
Die Diagnose erfolgt in der Regel auf Basis der ärztlichen Anamnese, einer klinischen Untersuchung sowie durch Labor‑, endoskopische und bildgebende Verfahren.1 Zur Beurteilung der Krankheitsaktivität spielen Entzündungsmarker wie das C‑reaktive Protein (CRP) im Blut sowie das fäkale Calprotectin im Stuhl eine wichtige Rolle.1
Die Behandlung ist abhängig von Schweregrad, Verlauf und individueller Situation der Patient*innen.1 Zentrale Therapieziele sind das Erreichen und der Erhalt einer klinischen Remission, die Kontrolle der Entzündung sowie eine Verbesserung der Lebensqualität.8,9
Zum Einsatz kommen je nach Krankheitsverlauf entzündungshemmende und immunsuppressive Medikamente sowie moderne zielgerichtete Therapien. In bestimmten Situationen können auch operative Eingriffe erforderlich sein.1
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