Therapiegebiete
Biogen forscht im Bereich der seltenen Erkrankungen. Zu diesen zählt auch Spinale Muskelatrophie (SMA), eine fortschreitende neuromuskuläre Erkrankung. Bis es Biogen gelang, eine kausale Therapie zu entwickeln, war SMA die häufigste genetisch bedingte Todesursache im Säuglingsalter. Doch nicht nur Neugeborene, auch Kinder, Heranwachsende und Erwachsene können betroffen sein.
Genmutation
Menschen ist Träger der SMA-Erbanlage.1
Vorkommen
Neugeborenen welweit ist von SMA betroffen.2
Folgen
können Babys im Schnitt unbehandelt mit SMA Typ I leben.3
Spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine seltene Erkrankung. Schätzungsweise eines von 10.000 Neugeborenen ist betroffen. In Deutschland kommen jedes Jahr ca. 80 Kinder mit SMA zur Welt4.
Bei SMA gehen bestimmte Nervenzellen des zentralen Nervensystems nach und nach zugrunde, die Motoneuronen. Diese Nervenzellen steuern Muskeln. Das Ergebnis, wenn sie keine Impulse mehr an die Muskulatur weiterleiten können: Verlust der Muskelkraft, Muskelschwund (Atrophie) und Lähmungen4.
Je nach erstem Auftreten und Schwere der Symptome unterscheidet man verschiedene Formen oder auch Typen von SMA4:
Bei der infantilen Form treten erste Symptome schon vor dem sechsten Lebensmonat auf. Die Neugeborenen sind kraftlos, haben Probleme beim Atmen und/oder Schlucken und können zum Beispiel den Kopf nicht anheben. Unbehandelt führt diese Form meist noch vor dem Ende des zweiten Lebensjahres zum Tod durch Komplikationen bei der Atmung.
Beim Typ Sitter treten erste Symptome nach dem sechsten aber vor dem 18. Lebensmonat auf. Betroffene Kinder erlernen zwar das ungestützte Sitzen, nicht aber das ungestützte Gehen und brauchen oft einen Rollstuhl. Da die Krankheit im natürlichen Verlauf immer weiter fortschreitet, können Betroffene erworbene motorische Fähigkeiten wie das Sitzen auch wieder verlieren.
Treten erste Symptome in der frühen Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter auf, entwickeln sich Betroffene meist zu sog. Walkern, sind also zumindest zeitweise gehfähig. Allerdings bereiten das Gehen, Laufen und Treppensteigen oft Schwierigkeiten.
Walker, deren erste Symptome später als im jungen Erwachsenenalter aufgetreten sind, sind meist nicht schwerwiegend betroffen und haben nur leichtere Probleme, wie beispielsweise Muskelschwäche. Sie stolpern und stürzen häufig, haben Schwierigkeiten beim Treppensteigen oder können ihre Arme nicht gut heben.
So wie Sitter können auch Walker motorische Fähigkeiten wieder verlieren.
5q-SMA geht auf eine Genmutation zurück. Durch den Verlust oder die Veränderung des SMN1-Gens wird nicht ausreichend funktionsfähiges SMN-Protein gebildet (SMN: Survival of Motor Neuron). Dieses Protein ist für das Überleben von Motoneuronen von zentraler Bedeutung4.
Neben dem SMN1-Gen gibt es das SMN2-Gen, das bei den Menschen in unterschiedlicher Anzahl vorhanden ist. In den meisten Fällen korreliert der Schweregrad der SMA mit der vorhandenen Anzahl der SMN2-Gen-Kopien. So verfügen Patient*innen mit der infantilen Form meist über nicht mehr als zwei SMN2-Kopien, Sitter bzw. Walker hingegen über drei, vier oder mehr Kopien des SMN2-Gens4.
„Bis 2016 führte SMA bei Säuglingen im Regelfall zum sicheren Tod. Die erste SMA-Therapie war deshalb eine Revolution in der Medizin.“
Dr. Björn Schmid
Medical Lead Rare Diseases Germany
Lange Zeit gab es für SMA-Betroffene keine Therapiemöglichkeiten. Dies änderte sich im Dezember 2016, als Biogen von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA die Zulassung für die erste und zu dem Zeitpunkt einzige SMA-Therapie erhielt. Im Mai 2017 wurde die Therapie in der EU zugelassen und danach in den deutschen Markt eingeführt.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität von Menschen mit SMA zu verbessern. Dazu arbeiten wir eng mit Patientenorganisationen zusammen. Nur so können wir die Bedürfnisse von Patient*innen verstehen und sie in unsere Entscheidungen mit einbeziehen.
Stories
Es beginnt schon in der Grundschule: Alles, was mit Laufen zu tun hat, fällt dem jungen Lars schwerer als seinen Mitschülerinnen und Mitschülern. Bei den Bundesjugendspielen bleibt er hinter den anderen zurück.
Digitale Angebote wie SMAlltalk, die Austauschplattform von Betroffenen für Betroffene, sind Anlaufstelle und Informationsplattform für Menschen mit SMA, Angehörige und medizinische Fachkreise.
Auf BiogenLinc finden Angehörige medizinischer Fachkreise weitere Informationen.
Auf dem Biogen – Für Mich Patientenportal finden Betroffene und ihre Angehörigen umfassende Informationen, hilfreiche Services und Unterstützung rund um das Leben mit SMA.
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