Der Bereich Hämatologie ist aus unserer hämatologischen Kernforschungsgruppe hervorgegangen. Diese Forschungsgruppe hatte das monomere rekombinante Gerinnungsfaktor-VIII-Fc-Fusionsprotein und das monomere rekombinante Gerinnungsfaktor-IX-Fc-Fusionsprotein entdeckt und in die klinische Entwicklung überführt, für eine verbesserte Behandlung der Hämophilie A bzw. Hämophilie B. Unsere Wissenschaftler geben sich nicht mit der initialen Beurteilung dieser Moleküle zufrieden, sondern vertiefen kontinuierlich unser Wissen über deren Strukturen und Wirkzusammenhänge und arbeiten an einem besseren Verständnis ihrer Wirkmechanismen, um die Halbwertzeit zu verlängern oder die Verträglichkeit bzw. Immunogenität zu verbessern.

Unser Team forscht auch weiterhin an neuen Ansätzen für die Hämophilietherapie. Der Fokus liegt zunächst auf einer weiteren Verlängerung der Halbwertzeit von Faktor VIII und der Entwicklung innovativer Therapien für Menschen mit Hämophilie A oder B, die neutralisierende Antikörper (Hemmkörper) gegen ihre aktuelle Therapie gebildet haben. Wir weiten derzeit unsere Forschungsaktivitäten auf andere nichtmaligne hämatologische Erkrankungen aus, beispielsweise die Sichelzellenanämie oder die Beta-Thalassämie.

Wir setzen bei unserer Arbeit auf eine Kombination aus modernen Techniken und pharmakologischen Studien an geeigneten Modellen, um die physiologischen Wechselwirkungen bei diesen Krankheiten besser zu verstehen und die Richtung für unser Protein-Engineering und unsere Medikamentenentwicklung vorzugeben. Hierbei ist die aktive Zusammenarbeit mit akademischen Institutionen und anderen Unternehmen unerlässlich. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es uns, innovative Technologien einzusetzen und auf einen breiten Ideenpool zuzugreifen, damit wir unsere Ziele in Hinblick auf Therapieinnovationen für hämatologische Erkrankungen, bei denen ein hoher ungedeckter medizinischer Bedarf besteht, verwirklichen können.