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Biogen, Broad Institute of MIT and Harvard sowie Partners HealthCare starten Konsortium zum Aufbau und zur gemeinsamen Nutzung einer COVID-19-Biobank

Übersetzung der globalen Presseinformation vom 16. April 2020


Mitarbeiter von Biogen, ihre Familienmitglieder und andere enge Kontaktpersonen können mit Blutproben und medizinischen Daten die Datenbank unterstützen, die dazu beitragen soll, COVID-19 besser und schneller zu verstehen und zu besiegen.

• Die Biobank soll Wissenschaftlern den Zugang zu einer großen Sammlung biologischer und medizinischer Daten ermöglichen, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen und nach potenziellen Impfstoffen und Behandlungen zu suchen.

• Dem Konsortium gehören das Brigham and Women's Hospital und das Massachusetts General Hospital an. Es wird von einem Lenkungsausschuss überwacht, der die verschiedenen Institutionen vertritt.

CAMBRIDGE, Mass., 16. April 2020 (GLOBE NEWSWIRE) - Biogen Inc. (Nasdaq: BIIB), Broad Institute of MIT and Harvard und Partners HealthCare gaben heute die Gründung eines Konsortiums bekannt, das eine COVID-19-Biobank aufbauen und dessen Mitglieder sie gemeinsam nutzen werden. Die Biobank wird die Wissenschaftler bei der Untersuchung einer großen Menge anonymisierter biologischer und medizinischer Daten unterstützen, um das Wissen über das Virus zu vergrößern und nach potenziellen Impfstoffen und Behandlungsoptionen zu suchen. Biogen unterstützt Mitarbeiter, die freiwillig teilnehmen möchten, dabei sich an dem Projekt zu beteiligen. Die freiwilligen Teilnehmer gehören zu den ersten Personen in Massachusetts, bei denen COVID-19 diagnostiziert wurde und die sich von COVID-19 erholt haben, sowie zu den engen Kontakten dieser Personen. Darunter auch Menschen, die nicht getestet wurden oder die möglicherweise keine Symptome hatten.

Nach Ansicht der Forscher werden ihnen die Daten dieser Patientengruppe wertvolle Informationen liefern, warum manche Menschen Symptome zeigen und andere nicht. Die Datensammlung kann weiterhin Aufschluss darüber geben, warum die Symptome bei einigen Betroffenen schwerer ausfallen als bei anderen. Die Forscher werden auch Blutproben von genesenen Patienten untersuchen, um die Menge an neutralisierenden Antikörpern gegen SARS-CoV-2 und andere Aspekte ihres immunologischen Profils zu erforschen, die möglicherweise Hinweise auf kurz- und langfristige therapeutische Optionen geben.

Teilnehmen können Biogen-Mitarbeiter, die an COVID-19 erkrankt sind und sich von der Infektion erholt haben, sowie Personen, die als enge Kontakte dieser Personen identifiziert wurden - unabhängig davon, ob bei ihnen COVID-19 bestätigt wurde. Partners HealthCare, das Massachusetts General Hospital und das Brigham and Women's Hospital koordinieren die Einsätze und die Probenentnahmen.

Die Daten aus den Blutproben werden im Broad Institute generiert und anonymisiert. Die Biobank wird dann über einen einzigartigen, anonymisierten medizinischen und biologischen Datensatz verfügen, der das Potenzial hat, die Biologie des Virus zu verstehen und Wege für potenzielle Impfstoffe, Behandlungen und andere bahnbrechende Entwicklungen aufzuzeigen. Weiterhin werden in der Biobank auch Proben eingefroren, die bei entsprechender Patienteneinwilligung in die zukünftige Forschung einfließen können. Biogen wird den gleichen Zugang zur Biobank haben wie Forscher auf der ganzen Welt, d.h. das Unternehmen wird weder an identifizierbare Daten gelangen, noch wissen, welche Mitarbeiter und engen Kontakte freiwillig teilgenommen haben.

„Die COVID-19-Pandemie hat einen sehr direkten, sehr persönlichen Einfluss auf unsere Biogen-Gemeinschaft gehabt“, sagte Dr. Maha Radhakrishnan, Chief Medical Officer bei Biogen. „Wir sind in der einzigartigen Position, auf organisierte und gut durchdachte Weise zur Förderung des Wissens über COVID-19 beizutragen, damit wir alle das Virus besser verstehen. Viele Kollegen bei Biogen haben intensiv nach Wegen gesucht, anderen während dieser Pandemie zu helfen. Wir hoffen, dass diese Biobank in dieser schwierigen Zeit Hoffnung und grundlegende Informationen liefern wird. Sie ist eine Gelegenheit, unser Engagement für die Wissenschaft zu demonstrieren und mit den Bedürfnissen der Gesellschaft zusammenzubringen. Wir sind stolz darauf, an diesem Projekt beteiligt zu sein.“

„Patienten, die freiwillig zu der Datensammlung beitragen, um das gemeinsame Verständnis der Krankheit zu beschleunigen, spielen eine entscheidende Rolle in den weltweiten Bemühungen zur Überwindung von COVID-19. Durch eine gemeinsame Biobank werden Forscher in der Lage sein, neue Muster zu erkennen und das Wissen über die Krankheit drastisch zu erweitern“, sagte Eric S. Lander, Präsident und Gründungsdirektor des Broad Institute of MIT and Harvard. „Wir sind den Biogen-Mitarbeitern, ihren Familienangehörigen und anderen engen Kontakten, die sich freiwillig an diesem wichtigen Vorhaben beteiligt haben, enorm dankbar“.

Den Anfang dieses Projektes machten mehrere Mitarbeiter von Biogen, die COVID-19 überwunden hatten und darüber nachdachten, wie sie mit ihren eigenen biomedizinischen Daten zu den bei Biogen und anderswo laufenden Forschungsbemühungen beitragen könnten. Leitende Mitarbeiter von Biogen wandten sich an verschiedene Partner in Kliniken und in biomedizinischen Einrichtungen. Dazu gehörten Deborah Hung, Mitglied der Kernfakultät des Broad Institute, wo sie Co-Direktorin des Programms für Infektionskrankheiten und des Mikrobioms ist sowie eine Professorin der Abteilungen für Genetik und Medizin an der Harvard Medical School in den Bereichen Infektionskrankheiten und Lungen- und Intensivmedizin sowie der Abteilung für Molekularbiologie am Massachusetts General Hospital.

„Wir sind in der guten Situation, eine Kohorte an Patienten hier vor Ort zu haben, die zu den ersten in Massachusetts gehörten, die an COVID-19 erkrankt sind. Zudem haben wir die Möglichkeit mit führenden Gesundheitseinrichtungen, mit biomedizinischen Forschungseinrichtungen am Kendall Square und im Raum Boston zusammenzuarbeiten. Beide Voraussetzungen versetzen uns in die Lage, mehrere wesentliche Forschungsansätze auf einmal in Angriff zu nehmen“, sagte Hung. „Dank dieser Patienten und ihrer engen Kontaktpersonen werden wir Einblicke in die Biologie des Virus gewinnen. Zudem sehen wir wie sich das Virus in einer relativ kleinen Gruppe innerhalb einer größeren Population ausgebreitet hat, und zwar in einem frühen Stadium des lokalen Lebenszyklus in Massachusetts. Genauso wichtig ist, dass wir in der Lage sein werden, die Menge an neutralisierenden Antikörpern gegen SARS-CoV-2 zu ermitteln. Dies könnte in naher Zukunft einige Optionen für Therapien bieten. Wir sind den Beteiligten für ihre Bereitschaft zur Teilnahme dankbar und hoffen, dass durch die gemeinsame Nutzung ihrer Daten Forscher auf der ganzen Welt neue Entdeckungen machen können, die den Weg zu wirksamen Behandlungen aufzeigen.“

„Unsere Prüfärzte am Massachusetts General Hospital und am Brigham and Women's Hospital haben rund um die Uhr an mehreren vielversprechenden klinischen Studien gearbeitet, von denen wir hoffen, dass sie zu wirksamen Behandlungen von COVID-19 führen werden. Aber die Beteiligung der Patienten an der Forschung ist entscheidend, und die Einrichtung dieser Biobank ist ein bedeutender Fortschritt für die Forschung und die breitere Patientenpopulation“, sagte Ravi Thadhani, MD, MPH, Chief Academic Officer bei Partners HealthCare. „Durch die Zusammenarbeit mit Biogen und seinen Mitarbeitern, die freiwillig ihre Daten zur Verfügung stellen, werden wir wesentlich mehr über die Charakteristika und die Entwicklung dieser Krankheit lernen und wichtige Entdeckungen machen, die zu Behandlungen für die von uns betreuten Patienten und die Menschen auf der ganzen Welt führen werden.“

Über Biogen
Biogen ist Pionier auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. Wir erforschen, entwickeln und vermarkten innovative Arzneimittel weltweit für Menschen mit schweren neurologischen und neurodegenerativen Erkrankungen und in verwandten Therapiefeldern. Biogen wurde 1978 als eines der ersten globalen Biotechnologie-Unternehmen von Charles Weissmann, Heinz Schaller, Kenneth Murray und den späteren Nobelpreisträgern Walter Gilbert sowie Phillip Sharp gegründet. Heute verfügt das Unternehmen über das umfangreichste Medikamenten-Portfolio zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS), die erste zugelassene krankheitsmodifizierende Therapie gegen spinale Muskelatrophie (SMA) und vertreibt Biosimilars zu hochentwickelten Biologika. Daneben fokussieren wir uns auf Forschungsprogramme in den Bereichen MS und Neuroimmunologie, neuromuskuläre Störungen, Bewegungsstörungen, Alzheimer und Demenz, Augenheilkunde, Immunologie, neurokognitive Störungen, akute Neurologie und Schmerzen.