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Lupus erythematodes: Wie sich Biotechunternehmen dem „roten Wolf“ stellen

München, 3. Juni 2020 - Wer mit dem Begriff „Lupus erythematodes“ nichts anzufangen weiß, kennt die chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung vielleicht unter den Namen „Wolfs-“ oder „Schmetterlingskrankheit“. Sie tritt vor allem im jungen Erwachsenenalter auf – insbesondere bei Frauen. Abhängig davon, welche Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, zeigen sich unterschiedliche Symptome. Als typisch gilt ein rötlicher Hautausschlag, der sich im Gesicht schmetterlingsförmig über Nase und Wangen ausbreitet. Heilt er ab, kann er Narben hinterlassen, die an Bisswunden erinnern – wie etwa beim Popsänger Seal. „Lupus erythematodes“ – 1872 von dem ungarischen Hautarzt Kaposi entdeckt – kommt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „Roter Wolf“. 

Bei den Betroffenen wendet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper. Es erkennt körpereigene Zellbestandteile als fremd an – und attackiert sie. Experten unterscheiden zwischen dem sog. kutanen Lupus erythematodes (CLE), bei dem nur die Haut befallen ist, und dem systemischen Lupus erythematodes (SLE). Letzterer greift verschiedene Organe des Körpers an; Entzündungen entstehen. So ist es etwa bei Schauspielerin und Sängerin Selena Gomez der Fall, die sich aus diesem Grund 2017 einer Nierentransplantation unterziehen musste.

Von der Diagnose bis zur Therapie: Forschungsbedarf nach wie vor groß
Lupus erythematodes, der zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gehört, verläuft in Schüben. Viele Betroffene reagieren empfindlich auf Sonnenlicht – es kann die Krankheit verstärken. Oft ist es ein weiter Weg bis zur richtigen Diagnose. Denn Lupus beginnt häufig schleichend; die Symptome sind je nach Erkrankungsform vielfältig oder auch unspezifisch. Immerhin: Die Erkrankung ist inzwischen relativ gut behandelbar. Zum Einsatz können etwa entzündungshemmende Kortisonpräparate, Antimalariamittel oder Medikamente, die das körpereigene Immunsystem unterdrücken, kommen. In Deutschland haben Patienten durch die modernen Therapiemöglichkeiten meist eine normale Lebenserwartung.

Trotzdem gilt: Der Bedarf an neuen Therapien ist nach wie vor groß – insbesondere im Kampf gegen besonders schwere Verlaufsformen, bei denen bisherige Arzneimittel nicht oder nicht ausreichend wirken. Forschende Biotechunternehmen arbeiten daher an Wirkstoffen, die noch zielgerichteter in den Krankheitsprozess eingreifen.  

Im Fokus von Biogen steht zum Beispiel ein Arzneimittelkandidat, der wie eine Art Präzisionswerkzeug funktioniert: Ganz nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip bindet er an ein bestimmtes Eiweiß im Körper – und kann so Einfluss auf die Erkrankung nehmen. 

Weiterführende Links:
Die Biogen-Pipeline
Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)



Über Biogen 
Biogen ist Pionier auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. Wir erforschen, entwickeln und vermarkten innovative Arzneimittel weltweit für Menschen mit schweren neurologischen und neurodegenerativen Erkrankungen und in verwandten Therapiefeldern.

Biogen wurde 1978 als eines der ersten globalen Biotechnologie-Unternehmen von Charles Weissmann, Heinz Schaller, Kenneth Murray und den späteren Nobelpreisträgern Walter Gilbert sowie Phillip Sharp gegründet. Heute verfügt das Unternehmen über das umfangreichste Medikamenten-Portfolio zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS), die erste zugelassene krankheitsmodifizierende Therapie gegen spinale Muskelatrophie (SMA) und ist fokussiert auf neurowissenschaftliche Forschungsprogramme in den Bereichen MS und Neuroimmunologie, Alzheimer und Demenz, Bewegungsstörungen, neuromuskuläre und neurokognitive Störungen, akute Neurologie, Schmerzen und Augenheilkunde. Daneben vertreibt Biogen Biosimilars zu hochentwickelten Biologika.  

Seit 1997 ist das Unternehmen mit einer Niederlassung in Deutschland vertreten. Die Biogen GmbH in München vertreibt innovative Medikamente zur Behandlung der Multiplen Sklerose, der SMA, der Psoriasis sowie Biosimilars.  

Biogen-40782 DE v1.0 1/2020