Für die Entwicklung eines Biosimilars von einem innovativen Biologikum führen Wissenschaftler eine genaue Analyse des Original-Biologikums durch und bestimmen kontinuierlich die kritischen Qualitätsmerkmale (CQAs), die wichtige Parameter für die Sicherheit und Wirksamkeit des Wirkstoffs darstellen. Die ermittelten Referenzwerte für die kritischen Qualitätsmerkmale des Original-Biologikums schaffen die Grundlage für die Festlegung von Vergleichskriterien für das Biosimilar. Der nächste Schritt im Prozess ist die Auswahl und die gentechnische Bearbeitung einer geeigneten Zelllinie, die ein Protein exprimiert, dessen Merkmale so genau wie möglich diesen kritischen Qualitätsmerkmalen entsprechen. All dies geschieht lange bevor mit der Herstellung begonnen werden kann. Sobald die gewählte Zelllinie identifiziert ist, wird sie an unsere Prozessentwicklungsteams weitergereicht, die modernste Zellkultur- und Reinigungsverfahren einsetzen, um die besten, sichersten und stabilsten Prozesse für die einheitliche Herstellung des Endprodukts zu entwickeln. Erst dann kann die Produktion des Biosimilars beginnen – ein Prozess, für den hochspezialisierte Wissenschaftler und Techniker sowie äußerst komplexe und hochentwickelte Verfahren benötigt werden.

Da alle Biosimilars durch lebende Zellen hergestellt werden, erfordert ihre inhärente Komplexität Jahre der Entwicklung und Erprobung. Mehr noch: Biosimilars von innovativen Biologika sind um mehr als ein Zehntausendfaches komplexer als gewöhnliche chemisch definierte Generika und um mehr als ein Hundertfaches komplexer als Biosimilars der ersten Generation, wie z. B. Insuline oder Wachstumshormone.1 In jedem Produktionsschritt kann das Produkt eine Veränderung erfahren. Hunderte von Prozess-Eingangsparametern, von denen jeder die Sicherheit und Wirksamkeit des Endprodukts beeinflussen kann, müssen überwacht werden. Diese Komplexität des Herstellungsprozesses kann zu einem hohen Grad an Variabilität führen. Diese Variabilität hat Biogen im Rahmen der Herstellung seiner Original-Biologika im gesamten Produktionsprozess zu isolieren und zu kontrollieren gelernt. Das Verständnis dieser Komplexität hat es uns ermöglicht, umfassende statistische Modelle und Prozesskontrollen zu entwickeln, mit denen wir jeden Schritt des Fertigungsprozesses unserer Original-Biologika und unserer Biosimilars weiterentwickeln und verbessern können. Die Genauigkeit, Sorgfalt und Stringenz, die wir in den Herstellungsprozess einbringen, bestimmen die Qualität, die Sicherheit und die Wirksamkeit des Endprodukts.

In unserer Produktionsanlage in Hillerød werden in Echtzeit laufend Trendanalysen der multivariaten kritischen Qualitätsmerkmale jeder Produktionscharge gemacht. So können wir rechtzeitig eingreifen, um das Abweichen von definierten Standards zu verhindern.

QUELLENANGABEN

1. Schellekens, H. The first biosimilar epoetin: but how similar is it? Clin J Am Soc Nephrol. 2008;3(1):174-178